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„Schlecht, aber gerecht“ – Unentschieden im Derby

Artikel von Fabian Stollin geschrieben am 27.01.13

Nach dem sechsten Derby zwischen der HV Luckenwalde 09 und dem SC Trebbin in der Handball-Verbandsliga-Süd wussten beide Mannschaften nicht wirklich viel mit dem Ergebnis anzufangen. Die Enttäuschung überwog auf beiden Seiten nach dem 27:27-Unentschieden: Bei den gastgebenden Kreisstädtern aufgrund des leichtfertig verspielten 5-Tore-Vorsprungs, bei den Trebbinern wegen einer katastrophalen Wurfquote.

Dabei standen die Vorzeichen für die Clauertstädter eigentlich bestens, auch im sechsten Anlauf die Luckenwalder im Kreisderby bezwingen zu können. Torhüter Maximilian Schulze meldete sich nach überstandener Verletzung zurück, dazu verstärkten Maik Wettengel und Chris Schönebeck den SC-Rückraum. Einzig Pechvogel Michael Schlecht wird nach seinem Kreuzbandriss wohl kein Spiel mehr in dieser Saison bestreiten. Außerdem wollten die Gäste ihre hohe 34:45-Niederlage vom Spitzenspiel in Wildau vergessen machen und sich Tabellenplatz Drei vom HC Spreewald II zurückerobern.

Zu Beginn der Partie schien den Trebbinern das in den Trainingswochen zuvor Einstudierte auch zu gelingen, nach zehn Spielminuten führten sie mit 6:2. Wobei sogar noch einige freie Bälle ihr Ziel nicht fanden, allerdings trafen die Hausherren ebenfalls freistehend das Tor nicht. Die Nervosität vor einer leicht schwindenden Zuschauerkulisse war beiden Mannschaften anzumerken. Als in der Folge die SC-Sieben durch leichte Fehler im Angriff in Bedrängnis kam und die HVL-Sieben in der 18.Minute sogar mit 8:7 in Führung ging, schwante SC-Trainerin Grit Griebsch bereits Böses. „Spielt doch endlich mal“ trieb sie ihre Spieler von der Seitenlinie aus an, „das ist ja Standhandball.“ 

So entwickelte sich bis zur Halbzeitpause ein spannendes, aber auf beiden Seiten sehr niveauschwaches Verbandsligaspiel, in dem die Kreisstädter sogar noch auf 15:12 erhöhen konnten. „Man hätte mitschreiben müssen, was wir verworfen haben“ resümierte Grit Griebsch nach der Partie, „mit einer solchen Torquote verlierst du normalerweise haushoch ein Spiel.“ Entsprechend lautstark versuchte das Trebbiner Trainergespann, ihre Mannschaft in der Halbzeitpause auf die eigene Stärke zu besinnen.

Das zeigte allerdings auch nicht die gewünschte Wirkung, in der 43.Spielminute lagen die Gastgeber sogar mit fünf Toren vorn (20:15). Das schlechte Niveau im Angriff beider Mannschaften zeigte sich in zuvor mehr als fünf torlosen Minuten. Trotz einer roten Karte gegen Marc Heinrich waren die Clauertstädter weiterhin nicht imstande, ihre Chancen zu nutzen – insbesondere von den Außenpositionen scheiterten die Trebbiner ein ums andere Mal am glänzend aufgelegten HVL-Schlussmann Steve Kühne. Auch eine Rotation auf jenen Positionen erzielte nicht den gewünschten Effekt.

In der 50.Spielminute dann war es Routinier Thomas Polke vorbehalten, das erste Tor von Rechtsaußen zum 22:20 zu erzielen – eigentlich wollte der angeschlagene Polke gar nicht in die Partie eingreifen, er stellte sich aber in den Dienst seiner Mannschaft. Die Trebbiner hatten den Anschluss geschafft. Als dann auch noch HVL-Shooter Oliver Johl wegen Meckerns sein Team nachhaltig schwächte und die Gastgeber ein ums andere Mal an der wiedererstarkten Trebbiner Abwehr scheiterten, hatten die Gäste 150 Sekunden vor Ende den Ausgleich erzwungen. Die letzten zwei Minuten entwickelten sich zu einem Krimi, trotz Unterzahl hatten die Clauertstädter sogar noch die Chance auf den Sieg. Doch der Ballgewinn beim Endstand von 27:27 kam zu spät, Arne Pfaender setzte den folgenden Freiwurf knapp über das Tor.

„Das war ein schlechtes, gerechtes Unentschieden“ fand Trainer Dirk Griebsch, „es ist, als ob jemand im neuen Jahr den Stöpsel gezogen hat.“ Dem pflichtete auch seine Frau bei: „Das war eine Kopie des Dahlewitz-Spiels, seitdem ist ein totaler Bruch drin“ zog Grit Griebsch den Vergleich mit dem überraschend verlorenen Auswärtsspiel im November heran. „Abhaken und wieder frei aufspielen“ geben die Trebbiner Trainer das Motto für das schwere Auswärtsspiel in Calau am nächsten Samstag aus, „auf der sicheren Deckung können wir aufbauen.“ Die Trebbiner rutschen mit dem am Ende glücklichen Punkt endgültig auf Platz 4 ab, während die Luckenwalder einen weiteren Schritt aus der Abstiegszone heraus machen.

HV Luckenwalde 09: Kühne, Wassermann; Johl (3), Ernicke (2), Much (1), Anarbaev, Brehmer (8), Heinrich (2), Sachse (7/3), Busek (4), Thiele, Kappler
SC Trebbin: Schulze, Hofmann; Kahle (6/1), Stollin (3/1), Kroop (2), Wagner (6), Pfaender (7), Schönebeck (1), Polke (1), Wettengel (1), Hager, Hartmann, Bien, Müller


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