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Wolfsrevier markiert

Artikel von Fabian Stollin geschrieben am 29.04.12

„Erst Kreismeister geworden und dann den Meister geschlagen“ – Trebbins Routinier Thomas Polke, der zuvor schon bei den Mehrkampfkreismeisterschaften der Leichtathleten in Jüterbog erfolgreich antrat, war die Freude nach dem 33:31-Auswärtssieg beim bereits feststehenden Aufsteiger MTV Wünsdorf anzumerken. Erstmals seit Dezember 2006 gewannen die Trebbiner Verbandsligahandballer wieder in der Paul-Schumann-Sporthalle und brachten die „Wünsdorfer Wölfe“ vor deren Meisterfeier ein klein wenig zum Heulen.

Die Clauertstädter waren mit dem Ziel angereist, Tabellenplatz Zwei zu verteidigen und die Heimpleite gegen Eisenhüttenstadt vergessen zu machen. Ein Sieg musste also her, was nach der Niederlage der verletzungsgebeutelten Wünsdorfer gegen Schlusslicht Belzig vor Wochenfrist durchaus im Rahmen des Möglichen schien. Außerdem konnte Silvio Kahle nach seiner Sperre wieder eingreifen, der SC-Kreisläufer setzte gleich den Auftakt zur schnellen 3:0-Führung der Gäste.
Der Tabellenführer fand kein richtiges Konzept gegen die Trebbiner Abwehr, das Tempo fehlte. Allerdings hielt Torhüter Daniel Strumpski seine Wünsdorfer im Spiel, nach einer Viertelstunde hatte sich die Abwehr der Hausherren gegen den Trebbiner Tempohandball ein Konzept erarbeitet. Folgerichtig ging der MTV nach einer Viertelstunde mit 7:6 in Führung.

Einige Aluminiumtreffer auf SC-Seite trugen dazu bei, dass die Wölfe ihren Vorsprung auf zwei Tore ausbauten, allerdings setzte sich der nach einer Auszeit eingewechselte Michael Schlecht im Gästetor gut in Szene und brachte seine Mannschaft wieder heran. Beim Stand von 15:15 ertönte die Halbzeitsirene, beide Mannschaften zeigten ein wahres Spitzenspiel.
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Wünsdorfer, die sich in der Abwehr viel offensiver präsentierten als zuvor und so das Trebbiner Aufbauspiel zu stören versuchten. Dieses Mittel trug Früchte, desöfteren blieben Zuspiele der SC-Angreifer in der vorgezogenen Deckungsreihe hängen. Der Aufsteiger setzte sich auf drei Tore ab und hielt diesen Vorsprung konstant. 

Zumindest bis zur 45.Minute: Der Aufforderung ihrer Trainerin Grit Griebsch, „die Bude hinten zuzumachen“ kam der Tabellenzweite aus der Clauertstadt nach; zehn Minuten vor dem Ende traf Spielmacher Arne Pfaender zum 25:25-Ausgleich. Das Spiel war wieder offen, obwohl Silvio Kahle einen Siebenmeter und Martin Nowakowski einige Tempogegenstöße nicht verwandelten. Wölfe-Spielmacher Dirk Becker (8/2 Tore) zeigte sich im individuellen Spiel nun zu eigensinnig und verursachte Ballverluste, die die laufstarken Trebbiner nutzten. Zwar erhöhte der MTV sieben Minuten vor Schluss noch auf 29:27, aber eine Auszeit des Trainerehepaares Griebsch läutete einen 3:0-Lauf ein. Maximilian Schulze, mittlerweile wieder im SC-Tor, hielt die entscheidenden Bälle in dieser Phase und Torsten Wagner erhöhte durch zwei Treffer kurz vor dem Schluss unter dem Jubel der Gästebank auf 30:33. Während die Wünsdorfer den 31:33-Endstand erzielten, feierten die etwa 50 mitgereisten Trebbiner Fans ihre Mannschaft – in der mit Topscorer Benjamin Stollin (7 Tore) und Martin Nowakowski, Silvio Kahle, Arne Pfaender und Torsten Wagner (je 6 Tore) fast alle Treffer von Spielern der ersten Sieben erzielt wurden.

„Unsere Fans sind ganz stark, wir haben ihnen heute eine schöne Freude gemacht“ zeigte sich auch Dirk Griebsch begeistert aufgrund des ersten Sieges gegen die Wünsdorfer Wölfe seit fünf Jahren, „die Wünsdorfer können aber garantiert besser.“ Gerüchte hinsichtlich eines Relegationsspiels zwischen den Verbandsligazweiten aus Nord- und Südstaffel um den Aufstieg zerstreute der Trebbiner Coach: „Daran verschwenden wir keinen Gedanken. Wir haben gar nicht den Kader für die Brandenburgliga.“ Ob der gastgebende Aufsteiger in dieser Liga bestehen könne, wollte Dirk Griebsch nicht einschätzen: „Ich bin kein Prophet, aber so wie heute dürfen sie da nicht spielen.“ Unter dem Jubel der - für eine Aufstiegsfeier zugegebenermaßen nicht sonderlich vieler – Fans feierten die Wölfe die verdiente Meisterschaft, während sich die Clauertstädter aufgrund des zeitgleichen Sieges der Calauer gegen den HC Spreewald ein „Endspiel“ um Platz Zwei verschafften. Nächsten Samstag ab 16 Uhr ist die HSG Teltow/Ruhlsdorf im Trebbiner Sportkomplex zu Gast.


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