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Das Gesetz der Serie

Artikel von Fabian Stollin geschrieben am 12.02.12

Als SC-Rechtsaußen Patrick Schenk drei Sekunden vor dem Schlusspfiff durch seinen vermeintlichen Ausgleichstreffer die Trebbiner Bank zum Jubeln brachte, deutete der Torschiedsrichter auf Abwurf – Schenk hatte übertreten. Auch der sechste Auswärtsauftritt in Dahlewitz brachte den Trebbiner Verbandsligahandballern keinen Sieg ein, Ratlosigkeit überwog nach der 27:28-Niederlage gegen den Tabellensechsten.

Die nach dem Sieg der Teltower gegen Cottbus am Samstag nur noch viertplatzierten Gäste aus der Clauertstadt starteten gut in die Partie, David Müller erzielte nach fünf Minuten die 5:3-Führung seiner Mannschaft. Einige Fehler der Dahlewitzer Angreifer ermöglichten den Trebbinern in der Anfangsphase Tempogegenstoßtore. Die Führung hielt jedoch nicht lange an: Angeführt von Bert Bräuer (10 Tore) und Spielmacher Daniel Werner (6), die die ersten sieben Dahlewitzer Tore erzielten, kämpfte sich die Gastgebersieben wieder heran. Schlimmer noch: Die sehr zurückhaltende SC-Abwehr ermöglichte Blau-Weiß Dahlewitz eine 13:10-Führung. „Leute, ihr steht daneben und guckt zu“ monierte Trainerin Grit Griebsch die Tatenlosigkeit ihrer Abwehrreihe, während ihr Mann Dirk analysierte: „Wir standen in der Abwehr nicht so offensiv, wie es sein sollte.“

Auch eine Umstellung mit Manndeckungen gegen die angesprochenen Bert Bräuer und Daniel Werner fruchtete vorerst nicht, im Angriff lief wenig zusammen. „Ein paar Spieler waren gar nicht auf der Platte, das war ein typisches Sonntagnachmittagspiel“ kritisierte Dirk Griebsch das lustlos wirkende Auftreten einiger Angreifer wie Arne Pfaender oder Torsten Wagner, deren Würfe ein ums andere Mal neben das Tor gingen. Symptomatisch eine Szene, als sich zwei Trebbiner Angreifer gegenseitig umrannten – „das war schon fast peinlich“ fand Griebsch.
Ein 5:0-Lauf brachte die Gastgeber gegen ideenlose Trebbiner in Front (18:12), lediglich manch technischer Fehler auf Seiten der Hausherren in einer nicht gerade hochklassigen Verbandsligapartie hielt die SC-Sieben im Spiel. Dank einer Leistungssteigerung Torsten Wagners (7 Tore) und dessen Einzelaktionen verkürzten die Clauertstädter bis zur Pause auf 18:14 – trotzdem schlichen die Trebbiner mit ratloser Miene gen Kabine.

Besserung prophezeite der Start in Hälfte Zwei. „Wir haben uns im Angriff verbessert und das Spiel breit gemacht“ beschrieb Dirk Griebsch die Steigerung, die beim 19:18 zum Anschluss führte. Zwei gehaltene Siebenmeter der Trebbiner Torhüter und gezielte Würfe Torsten Wagners brachten die Gäste nach einer Dreiviertelstunde sogar wieder in Führung (23:24). Ein nicht gerade schönes, aber hochspannendes Spiel entwickelte in der sehr spärlich gefüllten Dahlewitzer Halle nun sogar so etwas wie Derbystimmung – nach Nickligkeiten mussten mehrere Spieler für zwei Minuten auf die Bank. Auch der vierte verworfene Siebenmeter auf Seiten der Trebbiner wirkte sich noch nicht aus, Martin Nowakowski erzielte fünf Minuten vor dem Ende die 25:24-Führung für seine SC-Sieben.

Es schien so, als könnten sich die Clauertstädter trotz einer mageren Leistung über die Zeit retten – aber da machten ihnen die Dahlewitzer Torhüter einen Strich durch die Rechnung. Dank der Paraden Stefan Bombichs erkämpfte sich die Heimsieben einen 2-Tore-Vorsprung (27:25). Diesen glich Arne Pfaender zwar 120 Minuten vor dem Ende des Spiels wieder aus, aber Toptorschütze Bert Bräuer und der Arm des Schiedsrichters in den Schlusssekunden entschieden die Partie zugunsten der Gastgeber. 

„Wir haben schlecht gespielt, aber ein Unentschieden wäre gerecht gewesen – beide Mannschaften haben genügend Fehler gemacht“ resümierte ein recht gelassener SC-Trainer Dirk Griebsch die Partie, „aber davon geht die Welt nicht unter.“ Die zweite Niederlage gegen die Blau-Weißen in dieser Saison und die fünfte nunmehr in der Dahlewitzer Sporthalle lassen die Clauertstädter auf Tabellenplatz vier verweilen, mit schon drei Punkten Rückstand auf Teltow/Ruhlsdorf. Dahlewitz belegt Platz fünf, während der MTV Wünsdorf seinem lang ersehnten Titel mit Siebenmeilenschritten entgegengeht (37:34 gegen Eisenhüttenstadt). Zeitpunkt zur Wiedergutmachung ist der 25.Februar, wenn die Trebbiner zuhause gegen Schlusslicht Belzig antreten.

Es spielten: Schlecht, Schulze; Pfaender (5), Stollin, Müller (4), Kahle (2/2), Nowakowski (6), Wagner (7), Schenk (3), Dröfke, Wettengel


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