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Lange Auswärtsreise belohnt

Artikel von Fabian Stollin geschrieben am 03.12.11

Wenn sich am hinteren Ende der Spielerbank die Stimme von Grit Griebsch erhebt, ist das oft ein Zeichen von Unzufriedenheit. Am Samstagnachmittag beim Auswärtsspiel der Trebbiner Verbandsligahandballer in Eisenhüttenstadt benötigte die SC-Trainerin einige Anläufe, um ihre Sieben zum 31:27-Auswärtssieg zu treiben. „Wir hätten ja mal was fürs Torverhältnis tun können“ war Griebsch unzufrieden mit den letzten zehn Minuten, „aber eigentlich war das Spiel da schon abgehakt.“

Abhaken konnten die Clauertstädter zu Beginn auch die Ankündigung der fünftplatzierten BSG Stahl, lediglich auf sieben Spieler zurückgreifen zu können. Die gut gefüllte Bank der Hausherren erlebte allerdings einen Blitzstart der Trebbiner - deren Konzept, die Kreise der Eisenhüttenstädter Schützen mit einer 4:2-Deckung einzuengen, überzeugte. Nach zehn Minuten führten die Gäste mit 8:3, ließen sich dabei auch nicht von einer Manndeckung gegen Spielmacher Arne Pfaender beeindrucken und zwangen so die Gastgeber zu einer ersten Auszeit.

Die half jedoch nicht viel: Munter nutzten die individuell starken Trebbiner um Benjamin Stollin (6 Tore) die großen Lücken der sich nicht als stahlhart erweisenden Eisenhüttenstädter Abwehr und führten nach zwanzig Minuten mit 16:10. „Dann haben wir es verpasst, den Sack zuzumachen – eigentlich müssen wir hier schon mit zehn Toren vorn liegen“ lautete das Halbzeitresumée von Trainer Dirk Griebsch. Der sah den Vorsprung seiner Mannschaft bis auf 16:15 schmelzen, da die Trebbiner sich in dieser Phase das Leben durch technische Fehler selbst schwer machten. Die wurden vom 50-jährigen Stahl-Linksaußen Gerd Stoll (7 Tore) und dem großgewachsenen Rückraumspieler Roman Franzen (8) gnadenlos in Treffer umgemünzt. „Diejenigen, die nicht zum Training kommen, haben enorm abgebaut – da war die Kondition weg“ kritisierte Dirk Griebsch die fehlende Anwesenheit einiger junger Spieler bei den Übungseinheiten. So lagen die Hausherren beim 15:19-Halbzeitstand noch in Schlagdistanz zum Tabellendritten aus Trebbin.

In der zweiten Halbzeit setzte sich das Auf und Ab im Spiel der Clauertstädter fort. Die SC-Sieben erspielte sich kontinuierlich einen 30:21-Vorsprung (50.Minute). Insbesondere Martin Nowakowski (5 Tore) zeigte sich selbst aus spitzesten Winkeln sehr treffsicher. „Nach unseren Ansagen haben sich die Spieler zusammengerissen - dann aber geistig abgeschaltet“ beschreibt Dirk Griebsch den Lapsus, den sich seine Spieler in den letzten Minuten leisteten: Viele halbhohe, ungenaue Würfe der Gäste bescherten dem heimischen Ersatztorhüter den Jubel der etwa 100 Fans und ließen die Eisenhüttenstädter mit einem 5:0-Lauf noch einmal aufschließen. Anders als im letzten Auswärtsspiel gegen Massen retteten die Trebbiner den Sieg jedoch über die Zeit, beim Stand von 31:27 aus SC-Sicht ertönte die Schlusssirene.

Erfolgreichster Torschütze bei den Gästen war Kreisläufer Silvio Kahle, der bereits vor der Partie mit einem Zwinkern angekündigt hatte, zehn Tore erzielen zu wollen. „Entscheidend ist aber, dass wir das Spiel gewonnen haben – nur, dass der Kampfgeist zwischendurch fehlt, das müssen wir wieder ändern“ meint der besonders vom Siebenmeterpunkt treffsichere Kahle. Beim nächsten Spiel in zwei Wochen gegen Tabellenführer Wünsdorf wird man sehen, ob die Clauertstädter ihre Schwächephasen besser in den Griff bekommen – vielleicht wird es ja einmal entspannter für Grit Griebsch da hinten, am Ende der Trebbiner Bank.

Es spielten: Schlecht, Schulze; Pfaender (1), Stollin (6), Wettengel (2), Bien (2), Nowakowski (5), Kahle (10/6), Schenk (2), Müller (2), Dröfke (1)


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