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Emotionsgeladenes Spiel mit besserem Ende für den SC

Artikel von Fabian Stollin geschrieben am 10.04.10

„Ihr müsst einfach ruhiger sein“ wies SC-Torwart Sven Keck seine Mannen mitten im Spiel zwischen dem SC Trebbin und den Gästen aus Belzig an, es war ein Handballspiel wie es wohl noch nicht viele der knapp 200 Fans miterlebt hatten. Spannung, gar Dramatik und hochgetriebene Emotionen prägten das Duell der Clauertstädter und des Tabellensechsten aus dem Fläming.

Dabei begann das Verbandsligaspiel recht ruhig. Die Gäste überraschten die Trebbiner mit einer vorgezogenen Deckung auf Benjamin Stollin, der den verhinderten Arne Pfaender auf der Spielmacherposition vertrat, und setzten sich auf 4:7 ab (10.Spielminute). Auf beiden Seiten sorgten einige Fehlabspiele dafür, dass dieses Verbandsligaduell nicht gerade das Prädikat „anschaulich“ verdiente, sehr zerfahren und hastig agierten die Teams. Torsten Wagner hielt die Gastgeber im Spiel, er erzielte gleich 5 der ersten 10 Trebbiner Treffer (10:14/20.Minute).

Trotzdem war SC-Trainerin Grit Griebsch, wie gewohnt temperamentvoll an der Seitenauslinie agierend, nicht zufrieden mit dem Spiel ihrer Mannschaft. Der Abwehrverbund verhielt sich viel zu passiv gegen die lang aufgeschossenen Belziger Rückraumschützen und auch Maximilian Schulze im Tor erwischte nicht seinen besten Tag. Die Trebbiner Fans hingegen haderten mit der Leistung der Forster Schiedsrichter, die mit einigen merkwürdigen Entscheidungen auf beiden Seiten zur hochexplosiven Stimmung beitrugen. 

Trotz dreier verworfener, beziehungsweise von den Unparteiischen als übertreten gewerteter Strafwürfe, hielten die Clauertstädter den Abstand konstant – mit 15:18 ging ein sehr aufgedrehtes Spiel in die Pause. „Wenn die Angriffe durchgezogen werden, machen wir auch unsere Tore wie in der zweiten Halbzeit – wenn die Mannschaft aber ständig rummosert und zu schnell abschließt, geraten wir schon unter Zugzwang“ bewertete SC-Coach Dirk Griebsch  die ersten 30 Minuten.

Auch die zweite Halbzeit begann emotionsgeladen. Aus Trotz blieb Torsten Wagner beim nächsten Trebbiner Strafwurf einen halben Meter vor der 7-m-Linie stehen, traf aber nur Aluminium. Beide Mannschaften diskutierten heftig mit den Schiedsrichtern, immer aggressiver gingen die Abwehrreihen demzufolge zu Werke. Der allzu torgefährliche Rückraumlinke Matthias Paul vom MBSV wurde nun aus dem Spiel genommen, damit sich dem Belziger Kreisläufer Christopher Dümchen (10 Tore) nicht allzu große Lücken auftaten – mit Erfolg.

Nach einem wunderbaren 25-m-Pass von Torwart Sven Keck, mittlerweile im Spiel, erzielte Linksaußen Martin Nowakowski (2 Tore) den Ausgleichstreffer (21:21/40.Minute). „Die Außenspieler haben heute mit wichtigen Toren zu unserem Erfolg beigetragen“ lobte Dirk Griebsch eben genannten und Mitspieler David Müller (7) sowie Thomas Polke (5 Tore).
Doch die Gäste ließen sich nicht das Heft aus der Hand nehmen, das Spiel blieb umkämpft. Der eingewechselte Matthias Baumecker brachte neuen Schwung in die Trebbiner Abwehr, und der heute bessere SC-Torwart Sven Keck steigerte sich ebenso. Die zweite Halbzeit war nun geprägt von diskutierenden Belziger Spielern – viele Zeitstrafen wurden vergeben, auf beiden Seiten war zu viel Aggressivität im Spiel, was die Unparteiischen jedoch nicht unterbinden konnten.

Zehn Minuten vor dem Ende der Partie leiteten die Hausherren die Schlussoffensive ein, mit der Einwechslung von Maik Wettengel bewies das Trainerehepaar wiederum ein glückliches Händchen. In der 56.Minute zeigte die Anzeigetafel im Trebbiner Sportkomplex 33:27, das Spiel schien gelaufen. Doch die Clauertstädter machten es sich selbst noch einmal schwer, „wir waren nicht clever zum Schluss“ so Dirk Griebsch. Die SC-Sieben dezimierte sich selbst, 3 Feldspieler waren noch auf dem Feld. Bis auf 33:31 kamen die noch Gäste heran und hatten die große Chance zum Anschlusstreffer, weil SC-Torwart Keck den Angriff mitgelaufen war. Doch Martin Nowakowski blockte den Gegenangriff am Kreis, der letzte Versuch war gescheitert - es blieb beim 33:31-Sieg für den SC Trebbin. Nach dem Spiel überschatteten dann noch unschöne Aktionen das spannende Spiel, es kam zur Rudelbildung und die Trebbiner Ordner mussten den einen oder anderen Hitzkopf von einer Dummheit abhalten.

„Unsere Deckung war in der 2.Hälfte besser, wir sind viele Konter gelaufen – alles in allem ein verdienter Sieg. Nichtsdestotrotz ein großes Lob an den MBSV Belzig, der sich trotz zweier verletzter Stammspieler achtbar aus der Affäre gezogen hat“ resümierten Dirk und Grit Griebsch ein sehr emotionales Spiel mit glücklichem Ausgang für den SC. In der nächsten Woche gastieren die Trebbiner, die weiterhin den vierten Tabellenplatz belegen, beim Vorletzten BSG Stahl Eisenhüttenstadt.


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